Man on a Ledge Blu-ray-Rezension

Inside Man meets Hero meets The Dark Knight Prolog.

Als ein entflohener Sträfling und ehemaliger Polizist, Nick Cassidy (Sam Worthington), auf den Sims eines großen Gebäudes in New York City tritt, brechen die Straßen mit wütenden Polizisten, hungrigen Reportern und Hunderten von zynischen oder mitfühlenden New Yorkern aus, die Cassidy anflehen entweder springen oder hineingehen. Alleine das ist wohl Futter genug für einen Spielfilm, vor allem wenn man den aktuellen Stand der Dinge bedenkt. Die Wall Street ist ein Chaos aus Korruption und Gier. Die Menschen sind arbeitslos, kaputt, depressiv. Mann auf einem Felsvorsprung hätte dieses Publikum ansprechen können – fungierte als eine Art Leuchtfeuer für unterdrückte Wut und gesellschaftspolitische Frustration und bot gleichzeitig zwei Stunden spannungsgeladene, nervenaufreibende Unterhaltung. Und für ein paar flüchtige Momente tanzt der Film tatsächlich mit der Idee, seinen Helden in einen metaphorischen Messias zu verwandeln. Leider steht die weniger faszinierende, etwas abgeleitete Raubüberfallhandlung des Films oft im Weg.



Das ist nicht immer schlecht. Der Überfall des Films ist interessant genug, um die Dinge in Bewegung zu halten. Das Problem ist, dass diejenigen, die den Trailer des Films gesehen haben, bereits die meisten Drehungen und Wendungen kennen. Aber selbst wenn Sie den Trailer nicht gesehen haben, wird es immer noch nicht schwer sein, die nicht so subtilen Charaktere und die offensichtliche Handlung zu durchschneiden. Es hilft auch nicht, dass die Erzählung oft durch unnötige Charaktere (wie Jack Dougherty von Edward Burns oder Suzie Morales, Reporterin von Kyra Sedgwick) oder gelegentliche Handlungslöcher blockiert wird. Man on a Ledge versucht so sehr, ein komplexes Inter- Weben von Inside Man-Filmen mit ständigen Drehungen und Wendungen. Aber im Gegensatz zu Inside Man ist der Film immer einen Schritt hinter dem Publikum, trägt das Gewicht viel zu vieler Genre-Klischees und verlässt sich oft auf sie, anstatt etwas Neues zu erfinden.

Das soll nicht heißen, dass der Film nicht unterhaltsam, spannend oder manchmal sogar ein bisschen lustig ist. Eine etwas fehlbesetzte Elizabeth Banks scheint ihre Rolle als Verhandlungsführerin Lydia Mercer zu genießen, auch wenn sie mehr als ein wenig fehl am Platz wirkt. Sam Worthington verfügt über viel Charisma und Frechheit, obwohl er in praktisch jeder Szene zwischen vier oder fünf Akzenten wechselt. Und Jamie Bell und Genesis Rodriguez haben eine bizarre und manchmal ungewollt amüsante Chemie miteinander. Die Nebendarsteller wie Ed Harris und Anthony Mackie sind ebenfalls amüsant, wenn auch ziemlich offensichtlich mit ihren jeweiligen Rollen.

Man on a Ledge ist ein schlampiger Thriller, der zufällig öfter funktioniert als versagt. Es lehnt sich stark an Filme wie Inside Man oder Phone Booth an und nimmt sogar ein paar satirische Hinweise von Hero (der unterschätzten Dramedy von 1992 mit Dustin Hoffman). Es bewegt sich mit dem Tempo und dem visuellen Stil des Dark Knight-Prologs. Es bietet auch ein paar anständige Momente, in denen man sich überfordert, und die Besetzung hält die Dinge interessant, auch wenn sie zu wenig genutzt oder falsch besetzt werden. Der Film erfindet das Rad sicherlich nicht neu, funktioniert aber als solider B-Movie-Thriller. Man on a Ledge kommt mit freundlicher Genehmigung von Summit Entertainment auf Blu-ray. Der Film wird in 2.40:1 kodiert in 1080p/AVC präsentiert. Audio wird in 5.1 DTS-HD Master Audio gemischt. Dies ist eine Single-Disc-Veröffentlichung. Es werden keine DVDs, Digitalkopien oder UltraViolet-Kopien bereitgestellt.

Man on a Ledge wurde mit Super 35 gedreht, was oft zu einem etwas grobkörnigen Erscheinungsbild führt. Hier werden diese körnigen visuellen Elemente gut genutzt, indem sie der Handlung und dem Charakter der Geschichte Körnung und Textur verleihen. Leider glättet die hinzugefügte Körnung gelegentlich scharfe Bilder und glättet Texturen und Tiefe. Mit nur wenigen kleinen weißen Staubflecken und sehr geringer Komprimierung sieht diese Übertragung dennoch ziemlich gut aus und bewahrt das beabsichtigte visuelle Design des Films.

Audio ist ziemlich ansprechend, wenn auch manchmal etwas fehlerhaft. Während Massenszenen, Action-Beats und atmosphärische Versatzstücke mit aggressiven Surround-Cues und bescheidenen Bässen fesselnd sind, erliegt der Dialog gelegentlich einem kleinen High-End-Knistern (am bemerkenswertesten bei Kyra Sedgwicks Stimme). Ab und zu ist auch ein leises Rauschen zu hören. Die Mischung liefert eine solide Präsentation, aber es ist wahrscheinlich, dass die geschäftigen realen Standorte und das etwas niedrige Budget zu einigen Schluckauf geführt haben könnten. Glücklicherweise sind sie nicht sehr störend oder störend.

Extras sind ziemlich schlank. Es werden keine Kommentarspuren oder gehaltvolle Dokumentationen bereitgestellt. Die Disc enthält auch keine BD-exklusiven Inhalte oder interaktiven Funktionen. Stattdessen werden wir mit einem ziemlich soliden 15-minütigen Featurette über die Entstehung des Films verwöhnt. Es gibt auch einen ziemlich unerklärlichen und geradezu albernen Trailer-Kommentar von Elizabeth Banks. Es macht Spaß, auch wenn es der Welt nicht viel hinzufügt. Es gibt auch einige Trailer für andere Summit-Filme und den Kinotrailer des Films ohne den Kommentar von Banks.



Man on a Ledge kann ein bisschen abgeleitet sein, und die Erzählung ist manchmal etwas schlampig, aber der Film wurde für sehr wenig produziert und schafft es, der Großartigkeit eines High-Concept-Überfalls ziemlich nahe zu kommen. Es sollte dem Publikum genug Charakter und spannenden Nervenkitzel bieten, um Sie zu unterhalten. Erwarten Sie nur nicht, dass der Film Sie so sehr schockiert oder aufrührt.
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